Wissenschafts- und Technikforschung: Struktur

Studienschwerpunkt Wissenschafts- und Technikforschung:

Normen, Ambivalenzen, Gestaltungsoptionen (NAG)

(gültig ab WS 2013/14 – siehe unten zur bisher gültigen Studienordnung)

 

Struktur

Zur systematischen Strukturierung der Disziplinen übergreifend verfassten Problemfelder werden begriffliche Grundlagen geschaffen, beispielsweise zur Geschichte und Methode naturwissenschaftlicher Friedensforschung, zu Naturschutz und effizienz- oder suffizienzorientierter Nachhaltigkeit, zum Versorgerprinzip, zu Verfahren und Wissensgrenzen der Risikobewertung, zu verantwortlicher Innovation und Verhaltenscodices. Neben iSP-übergreifenden interdisziplinären Veranstaltungen im Themenfeld 1) Forum Nachhaltigkeit, gibt es drei NAG spezifische Themenfelder: 2) historische und systematische Grundlagen zum Verständnis der Entwicklungsdynamik von Wissenschaft und Technik im gesellschaftlichen Kontext, 3) Aspekte verantwortlicher Forschung in Hinblick auf Frieden, Nachhaltigkeit und Sicherheit, einschließlich der Berücksichtigung ethischer Aspekte für den Forschungszusammenhang, 4) Fragen zur Einbettung, Rechtfertigung und Regulierung technologischer Innovationsprozesse, einschließlich der Methoden und Prinzipien von Technikfolgenabschätzung und von partizipatorischen „governance“-Ansätzen.

Themenfeld 1: Forum Nachhaltigkeit

Das Themenfeld „Forum Nachhaltigkeit“ bildet die thematische Schnittstelle und organisatorisch eine gemeinsame Plattform der drei interdisziplinären Studienschwerpunkte an der TU Darmstadt. Hier werden interdisziplinäre Veranstaltungen zu Fragen ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit angeboten, die gemeinsam von Studierenden der drei iSP belegt werden. Aus diesem Themenfeld müssen Studierende mindestens ein Modul (1a oder 1b) erfolgreich mit 3 CP absolvieren. Folgende Veranstaltungen werden regelmäßig angeboten:

  • Interdisziplinäres Seminar, das alljährlich im Wintersemester stattfindet, und von der Vieldeutigkeit des Nachhaltigkeitsbegriffes ausgeht – philosophisch in Bezug auf Werte, Normen, Versorgungsprinzipien (NAG), ökologisch und umweltwissenschaftlich in Bezug auf Lebenszyklus- und Stoffstromanalysen, Zertifizierung und Bewertung (UWS) und entwicklungspolitisch in Bezug auf Globalisierung, Risiko- und Nutzenverteilung, Stabilität und Sicherheit (TuE).
  • Interdisziplinäre Ringvorlesung „Global Challenges“, die alljährlich im Sommersemester angeboten wird, mit jeweils wechselnden Themen und wechselnder organisatorischer Federführung.

Themenfeld 2: Wissenschaft und Technik in der Gesellschaft

Dieser Grundlagenbereich für NAG bietet eine Einführung in Wissenschafts- und Technikforschung/Science and Technology Studies. Damit wird ein allgemeines Verständnis der Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen geschaffen. Diese Wechselwirkung wird anhand von Fallstudien aus der Gegenwart oder der Wissenschafts- und Technikgeschichte untersucht. Andere Ansätze orientieren sich an systematischen und begrifflichen Fragestellungen. Aus diesem Themenfeld müssen Studierende mindestens ein Modul erfolgreich abschließen und wenigstens 3 CPs erwerben.

Themenfeld 3: Leitbilder verantwortlicher Forschung

In diesem Themenfeld steht der Forschungsprozess im Mittelpunkt. Es geht um Wissenschaft und Technik als Beruf, insbesondere um ethische und politische Dimensionen der Forschung. Dies wird durch konzeptionelle Lehrveranstaltungen zu ethischen Theorien oder Verhaltenskodices geleistet, aber auch im Rahmen von exemplarischen Studien, die sich mit der Verantwortung der Wissenschaftler als Bürger und als Experten befassen. Darüberhinaus werden konkrete Ansätze zur Integration von gesellschaftlichen Wertvorstellungen in die Prozesse der technowissenschaftlichen Weltgestaltung diskutiert. Aus diesem Themenfeld müssen Studierende mindestens ein Modul erfolgreich abschließen und wenigstens 3 CPs erwerben.

Themenfeld 4: Entwicklung, Bewertung, Regulierung neuer Technologien

Dieses Themenfeld widmet sich dem gesellschaftlichen Umgang mit Wissenschaft und Technik. Dies beginnt auf der Ebene der Wissenschafts- und Technikpolitik, beispielsweise der Entwicklung von angemessenen governance Modellen für die Partizipation von Bürgern und Verbrauchern. Für die Technikfolgenabschätzung und die normative Orientierung der Technikentwicklung werden Begriffe wie Risiko, Nachhaltigkeit, Vorsorge, responsible innovation geklärt. Wesentlich für dieses Themenfeld ist auch die Frage, worauf sich Vertrauen in Technik und Technikentwicklung begründen lässt, welche Rolle Szenarien und Zukunftserwartungen in zeitgenössischen Technikdiskursen spielen, und wie sich das Berufsbild des Ingenieurs unter den Bedingungen der „zweiten Moderne“ verändert hat. Aus diesem Themenfeld müssen Studierende mindestens ein Modul erfolgreich abschließen und wenigstens 3 CPs erwerben.

Um die im Rahmen des Studienschwerpunkts erworbenen Kompetenzen zu dokumentieren haben Studierende aller Fachbereiche der TU Darmstadt die Möglichkeit, ihre im Studienschwerpunkt „Wissenschafts- und Technikforschung: NAG“ erzielten Leistungen gesondert in einem unabhängigen Zertifikat ausweisen zu lassen. Für den Nachweis müssen die Studierenden belegen können, dass sie mindestens 10 SWS (15 CP) an Veranstaltungen aus dem Studienschwerpunkt erfolgreich absolviert haben und davon jeweils mindestens 2 SWS (3 CP) in jedem der oben genannten Themenfelder.

Alle bisher im Rahmen der alten Studienordnung erbrachten Leistungen (Module E, K, T), werden jedem Studierenden entsprechend der neuen Studienordnung (unterteilt in die Themenfelder 1-4) angerechnet.

 

Studienschwerpunkt Nachhaltige Gestaltung

von Technik und Wissenschaft (NaG)

(gültig bis SS 2013 – optional weiterhin gültig für alle Studierenden, die bis zu diesem Zeitpunkt begonnen haben, NaG Veranstaltungen zu belegen)

 

Struktur

Zur Orientierung ist NaG in drei Module (E, K & T) gegliedert, die abzudecken sind:

Modul E Exemplarische Veranstaltungen, die beispielhaft anhand einer Technologie die Chancen, Risiken, Ambivalenzen und Gestaltungsalternativen untersuchen, z.B. Nanotechnologie oder Stammzellforschung.

Modul K Konzeptionelle Veranstaltungen, die Ansätze vorstellen und erproben, wie mit solchen Entscheidungslagen umzugehen ist, z. B. Prospektives Technology Assessment, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltige Entwicklung.

Modul T Theorie von Wissenschaft und Technik
Sozial- und Geisteswissenschaftliche Ansätze zur Analyse von Wissenschaft und Technik werden daraufhin untersucht, ob sie Gestaltungsperspektiven eröffnen, z.B. Wissenschaftsforschung und Transdisziplinarität.

Inhalte und der Gesamtumfang richten sich nach den eigenen Interessen und nach dem Umfang des Neben-/ Austauschfaches der Studienordnung. Wer ein NaG-Zertifikat erwerben möchte, das unabhängig ist von diesen Reglungen, muss dafür insgesamt mindestens 15 CP belegen, davon mindestens 3 CP aus jedem Modul und mindestens 15 CP benotet.